Düsseldorfer Handwerk als Integrationshelfer

Düsseldorfer Handwerk als Integrationshelfer
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Projekt der Kreishandwerkerschaft bietet jungen Flüchtlingen eine ganzheitliche
Perspektive

Bilk, 1. März 2017

Einen besonderen Ortstermin hatte Sylvia Pantel am Dienstag: Bei einem Besuch des Berufsbildungszentrums des Baugewerbes (BZB) in Bilk stellten die Beteiligten das Projekt „Chance Handwerk“ vor, das Flüchtlingen den Weg auf den Arbeitsmarkt erleichtern soll. Mit der Kreishandwerkerschaft Düsseldorf als Träger und unterstützt vom Jobcenter Düsseldorf und dem Land Nordrhein-Westfalen als offiziellen Fördergebern, läuft dieses Projekt nun seit elf Monaten erfolgreich.

 

Die Gewerke Elektro, Tischler, Friseure und Maler/Lackierer und das Bildungszentrum Bau sind in die Maßnahme einbezogen. Elementare Bestandteile dieser Maßnahme sind der tägliche Deutschunterricht, die Praxiswochen in den Überbetrieblichen Lehrwerkstätten (ÜBL) und Betrieben. Darüber hinaus gibt es dreimal wöchentlich drei Stunden Unterricht, der sich mit dem „Leben“ befasst.

 

„Das ist ein ganzheitlicher Ansatz, der sich nicht nur auf die Arbeit, sondern auch auf die Sprache und die Sozialkompetenz bezieht“, betonte Projektleiter Walter Schmidt von der Kreishandwerkerschaft Düsseldorf. „Die Integration soll gleichzeitig auf dem Arbeitsmarkt und in die Gesellschaft funktionieren , und das funktioniert bei dem Projekt ganz hervorragend. Außerdem gelte für Flüchtlinge wie für alle anderen Menschen: Die Ausbildung ist das A und O. Und das Handwerk hat dafür Perspektive.“

 

“Ähnlich beschrieb es Ralf Backens von der Straßenbauerinnung Düsseldorf: „Das Handwerk steht zur Integration bereit, und dieses Projekt steht für eine positive Integration. Die Migranten, die hier arbeiten und sich integrieren wollen, bieten ein großes Potential, und sie haben umgekehrt bei uns eine Chance. Und da es im Handwerk an Nachwuchs und Fachkräften mangelt, wird dieses Projekt gerne angenommen.“

 

Auch Christian Wiglow, Geschäftsführer Personal und Finanzen des Jobcenters Düsseldorf, sah im Bereich der Flüchtlinge ein „großes Potential für Ausbildung“ und verwies darauf, dass die Menschen nach bestimmten Anforderungsprofilen zu den entsprechenden Gewerken geschickt würden.

 

Lutz Denken, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Düsseldorf, bekräftigte: „Die Migranten , die unser Angebot durchlaufen haben, können wir den Betrieben guten Gewissens empfehlen.“ „Wir haben die Spielregeln, die zu akzeptieren sind, scharf formuliert, damit die schwierigen Integrationsprozesse funktionieren. “

 

Stephanie Labrenz, Regionalleiterin pädagogische Maßnahmen beim BZB, die dort in Kooperation mit „Chance Handwerk“ das Projekt „Perspektiven für junge Flüchtlinge im Handwerk“ (PerjuF-H) anbietet, zog ein durchweg positives Fazit des Projektes: „Das ist ein Erfolgsweg, der den Teilnehmern beruflich eine Struktur gibt“.

 

Sylvia Pantel, die sich traditionell fürs Handwerk und die duale Ausbildung einsetzt, war erfreut über die praktische Umsetzung des Projekts. Die positiven Erfahrungen aller Beteiligten zeigt, dass dieser Weg erfolgversprechend ist. Sie ermutigte die Teilnehmer , mit ihrem guten Beispiel bei anderen Flüchtlingen zu weben. Auch empfahl sie ihnen, die Integration auch eigeninitiativ auf anderen Ebenen voranzutreiben, etwa durch ihr Engagement in einem Verein, die Teilnahme auch der Ehefrau an Sprachkursen oder gesellschaftlichen Angeboten. „Wir alle müssen aufeinander zugehen. “

 

Ähnliche Erfahrung hatte offensichtlich auch schon der ein- oder andere Flüchtling gemacht, der die „Chance Handwerk“ ergriffen hat. Mit dem Angebot und der vielen Hilfe sei man „sehr zufrieden“, aber: „Man muss auch selber was tun!“

 
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